Kinder-Gebärdensprach-Festival 2018

Bereits zum dritten Mal fand das Kinder-Gebärdensprach-Festival in Thüringen statt und zum ersten Mal hatte die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner die Schirmherrschaft für unser Festival übernommen. Vom 31. August bis 2. September trafen sich ca. 240 Teilnehmer zum Fest der Kindergeschichten in Dörnfeld an der Ilm. 34 Kinder in den Altersgruppen 3-5 Jahre, 6-9 Jahre und 10 bis 12 Jahre zeigten ihr Können, ihre Kreativität und zauberten mit ihren Geschichten und poetischen Beiträgen ein Lachen in die vielen großen und kleinen Zuschauer-Gesichter. Die meisten Teilnehmer reisten bereits am Freitagnachmittag an und nutzten die Zeit für erste Unterhaltungen und informierten sich über das für die Region typisch traditionelle Handwerk der Glasbläserei. Der Glasbläser formte auch in diesem Jahr für die Kinder tolle Figuren.

Zu Beginn der Eröffnung rief Vereinsvorsitzender Manuel Löffelholz am Samstagvormittag alle Anwesenden zu einer Gedenkminute für Ole Peitz auf. Der Fünfjährige hatte sich auch zum Festival angemeldet, konnte es aber leider nicht mehr miterleben. Wir haben ihn in unseren Gedanken am Festival teilnehmen lassen.

Nach diesem sehr emotionalen Start und ein paar organisatorischen Hinweisen, gab es verschiedene Grußworte: Eckhard Bauerschmidt, ehrenamtlicher Beigeordneter, war in Vertretung der Landrätin des Ilm-Kreises gekommen und begrüßte alle Festivalteilnehmer. Auch der CDU Landtagsabgeordnete Jörg Thamm, der sich für den Lottomittelantrag zur Finanzierung des Festivals eingesetzt hatte, war gekommen und richtete ein Grußwort an alle Teilnehmer. Ursula Günther (Gleichstellungs-, Frauen,- Ausländer- und Behindertenbeauftragte des Ilm-Kreises) betonte in ihrer kurzen Begrüßung die Bedeutung der Arbeit des BILING Vereins für die Wahrnehmung der Belange von Gehörlosen in der hörenden Mehrheitsgesellschaft. Sehr überraschend war auch Judith Rüber vom Stadtverband Arnstadt (DIE LINKE.) erschienen und überbrachte dem Vorstand einen Scheck der Alternative 54. Alle politischen Gäste bedankten sich für die ehrenamtliche Arbeit in einem so wichtigen Bereich wie der Bildungsarbeit für bilinguale Kinder und wünschten dem Festival einen guten Verlauf.

Nach der offiziellen Eröffnung starteten die Altersgruppen 10-12 Jahre gefolgt von den 3 bis 5 Jährigen mit ihren Geschichten vor einer 5-köpfigen Jury und einem begeisterten Publikum.

Vor der Mittagspause informierte Magdalena Stenzel vom Netzwerk BilingualERleben über die bundesweite Petition zur Umsetzung der Gebärdensprache im Bildungssystem. Manuel Löffelholz berichtete über die jüngste positive Entwicklung in Thüringen, die Aufnahme des Unterrichtsfaches DGS als Pflichtfach für gehörlose oder schwerhörige Schüler im Thüringer Aktionsplan 2.0 zur Umsetzung der UN-BRK.

Nach dem Mittagessen besuchten die Erwachsenen die Vorträge zur bimodal-bilingualen Schulpraxis von Heike Gruchmann und Cornelia Förster (Lehrerinnen der bimodalen-bilingualen Gemeinschaftsschule am Roten Berg Erfurt) und den Kulturellen Unterschieden zwischen Lautsprach- und Gebärdensprachkultur sowie einer Vorstellung des Bundeselternverbands gehörloser Kinder von Ege Karar. Als alternatives Angebot bot Mila Hergert einen Workshop zu Visual Vernacular (VV), einer speziellen Kunstform des Geschichtenerzählens, an. Alle Programmpunkte sowie Pausengespräche wurden auch von Dolmetscherinnen für Deutsche Lautsprache und Deutsche Gebärdensprache begleitet. Während der Zeit der Vorträge vergnügten sich die Kinder beim Fußball, einer Schatzsuche im Sand, am Bastelstand oder beim Erforschen eines Rüstfahrzeugs der Freiwilligen Feuerwehr Stadtilm. Nach der Kaffeepause stieg die Spannung für die 6 bis 9-Jährigen, die nach der Siegerehrung für die 3-5 Jährigen ab 16 Uhr ihre Geschichten darboten. Für die Jury war es keine leichte Aufgabe die Sieger zu küren bei den vielen tollen Kindergeschichten. Diese zog sich zur Auswertung zurück, während die Teilnehmer sich am Grillbuffet stärkten. Währenddessen bereitete sich Fralau (Franz Paulus, Weltmeister der Illusion beim 10. „World Deaf Magicians Festival“ 2004) auf seine Show vor. Er verzauberte nach dem Abendessen das Publikum und überbrückte die Aufregung der 6-12-Jähren Kinder bis zur Siegerehrung.

Für die kleinsten Gebärdensprachkünstler gab es bereits vor der Zaubershow eine Preisverleihung bei der Alena Posselt (1. Platz), Fynn Schmit-Strack (2. Platz), Hannah Müllensiefen (3. Platz) sich über Pokale und Wissensspiele freuen konnten. In den Altersgruppen 6 bis 9 belegte Emi Karar Platz 1, Luise Kermer Platz 2 und Anna Löffelholz Platz 3. Bei den 10-12-Jährigen überzeugten Ben Kermer (1. Platz), Sophie Schaub (2. Platz) und Javis Radke (3. Platz) die Jury.

Für ein krönendes Ende der Veranstaltung sorgten die Teilnehmer des VV Workshops mit einer Darbietung zum Thema Sommer. Ausgestattet mit leuchtenden Armbändern/Knicklichtern ging es dann hinaus durch die Dunkelheit ans Lagerfeuer, welches den Abschluss eines gelungenen Tages bildete. Den Sonntagvormittag nutzten die Teilnehmer für den Austausch und viele fuhren dann mit dem Versprechen, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein, Nachhause.

Es war eine gelungene Veranstaltung, die erst durch die vielen ehrenamtlichen Helfer, Spender, Fördermittelgeber und Unterstützer möglich wurde. Wir bedanken uns sehr herzlich bei dem „Deaf Power Team Thüringen“, den BILING-Mitgliedern, allen Kinderbetreuern, dem gesamten Verpflegungsteam, den Jurymitlgiedern und für die tolle Unterstützung durch das Freizeitheim Dörnfeld.

 

Fördermittelgeber und Unterstützer des Festivals:

Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Max Zöllner Stiftung

Ilm-Kreis

Sparkasse Arnstadt Ilmenau

Alternative 54

TEAG

Ravensburger

Peter Paul GbR

Freiwillige Feuerwehr Stadtilm

Private Spender