Unser Appell an den NDR: „Kindernachrichten in Gebärdensprache“ fortsetzen!

Wöchentlich sollten Kinder der Elbschule und anderer norddeutscher Schulen im NDR die „Kindernachrichten in Gebärdensprache“ gebärden. Darüber berichteten wir im April 2016. Leider stimmt das seit Corona nicht mehr: Die vorerst letzte Sendung lief am 29.02.2020.

Auf Nachfrage begründet der NDR die Einstellung der „Kindernachrichten in Gebärdensprache“ damit, die gebärdenden Kinder sollten wegen der Corona-Epidemie nicht ins Studio kommen. Das ist sicher richtig, aber überhaupt keine Rechtfertigung dafür, die Sendereihe nicht fortzusetzen!

Gerade jetzt benötigen gebärdensprachliche Kinder seriöse Informationsquellen, um zu verstehen, warum um sie herum ihr ganzes gewohntes Leben zusammenbricht. Wir fordern deshalb die Fortsetzung dieses Nachrichtenformats für gebärdensprachliche Kinder, denen ansonsten die meisten Informationsquellen verschlossen sind. Ganz abgesehen davon, dass gebärdensprachliche Kinder laut UN-Behindertenkonvention einen Rechtsanspruch auf Informationen in ihrer eigenen Sprache haben, den gerade der öffentliche Rundfunk erfüllen muss.

Beim NDR sind die Studio- und Produktionsinfrastruktur für die „Kindernachrichten in Gebärdensprache“ bereits vorhanden und müssten auch mit tauben oder hörenden Gebärdensprachdolmetscher(inne)n als Vertretung für die Kinder ohne Weiteres funktionieren. Fast allen GSD werden momentan reihenweise Aufträge storniert – es dürfte deshalb überhaupt kein Problem sein, auch ganz kurzfristig taube oder hörende Dolmetscher(innen) zu gewinnen. So könnte der NDR die „Kindernachrichten in Gebärdensprache“ wie gewohnt weiter produzieren (sehr gern in der aktuellen Situation auch in höherer Frequenz oder mit Sondersendungen) und damit das Informationsbedürfnis und den Informationsanspruch gebärdensprachlicher Kinder erfüllen!

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